
Ohne Worte!
Von Henryk M. Broder
Im Jahre 1988 erschien Salman Rushdies Roman “Die Satanischen Verse” in der amerikanischen Originalausgabe. Worauf der iranische Staats- und Revolutionsführer, Ajatollah Chomeini, eine “Fatwa” gegen Rushdie erklärte und ein hohes Kopfgeld für dessen Ermordung auslobte. Es kam zu mehreren Anschlägen auf die Übersetzer und Verleger des Romans, wobei der japanische Übersetzer Hitoshi Igarashi ums Leben kam. Millionen von Muslimen in aller Welt, die keine Zeile des Buches gelesen und den Namen Salman Rushdie noch nie gehört hatten, wollten das Todesurteil gegen den Autor vollstreckt sehen, je schneller, desto besser, um mit seinem Blut die beschmutzte Ehre des Propheten wieder reinzuwaschen. weiterlesen…
Berlin, Januar 2009, 30 Fotos
Irgendwie hatte mich die Vorfreude bereits in der vergangenen Woche verlassen, als ich erfuhr, wer auf der Berliner Kundgebung zugunsten Israels alles als RednerIn auftreten durfte. Alles in allem: Kein Grund zu Hause zu bleiben.
Eine Demonstration, durchgeführt von der “Palästinensischen Gemeinde München e.V.” und unterstützt u.a. durch das Münchner Friedensbündis und die Linkspartei unter dem Motto “Stoppt den Völkermord in Gaza!” am vergangenen Samstag führte vom Odeonsplatz zum Sendlinger Tor. Nicht zuletzt, dass diese Kundgebung gerade über den Platz der Opfer des Nationalsozialismus führen würde, bewog den AK Antisemitismus dort eine Mahnwache abzuhalten…

Die Mahnwache kurz vor dem Angriff
Bei der Mahnwache “Gegen Antisemitismus und islamistischen Terror” standen eine Handvoll Menschen und mit zwei Israel-Fahnen und verteilten dieses Flugblatt. Als der Demonstrationszug der angeblichen Friedensfreunde den Platz der Opfer des Nationalsozialismus erreichte, stürmten plötzlich ca. 60 der Demonstranten auf die Mahnwache zu.