Spartacus auf Ursachenforschung
Was muss man sich diese Tage alles antun, wenn es um das Blutbad in Norwegen geht… Inzwischen finde ich ja linke Reaktionen – ausgenommen die wirklich sozialdemokratische Solidarität mit der norwegischen Jugendorganisation AUF – ja weitaus ekelhafter als den Ruf nach mehr Kontrolle durch die üblichen rechten Verdächtigen.
Die Suche nach den Schuldigen ist in der Linken offensichtlich geklärt: Henryk M. Broder ist der geistige Brandstifter, da der Attentäter Breivik einen Blogger in seinem Hetzpamphlet zitierte, der widerum Broder zustimmend zitierte. Die Linie lautet Broder – Sarrazin – Wilders – Breivik. In der goldenen Bullenstadt schießt nun ausgerechnet der Ort den Vogel ab, der hier der Inbegriff einer offenen Gesellschaft darstellen soll: Mein bisheriger favourite Tanztempel Spartacus. Auf meinem Küchentisch fand ich einen Flyer, den die Crew offensichtlich in dieser Woche an ihre Gäste verteilt:
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Norwegens Kampf um die offene Gesellschaft
Während hierzulande sich in den Trauerreigen nach den schrecklich Attenatten in Norwegen wieder die sicherheitspolitischen Flachwichser der Nation einschalteten, hält Norwegen einfach nur inne. Dazu ein passender Kommentar auf n-tv.de:

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Broder hat mal wieder Recht!
Im Mauseloch der Angst
Von Henryk M. Broder
Das Attentat auf den Zeichner Kurt Westergaard war nicht der erste Versuch, eine tödliche Fatwa zu vollstrecken. Im Fall von Salman Rushdie vor gut 20 Jahren war der Protest laut. Heute gehen westliche Dichter und Denker in Deckung, wenn es um den Schutz “religiöser Gefühle” geht.
Im Jahre 1988 erschien Salman Rushdies Roman “Die Satanischen Verse” in der amerikanischen Originalausgabe. Worauf der iranische Staats- und Revolutionsführer, Ajatollah Chomeini, eine “Fatwa” gegen Rushdie erklärte und ein hohes Kopfgeld für dessen Ermordung auslobte. Es kam zu mehreren Anschlägen auf die Übersetzer und Verleger des Romans, wobei der japanische Übersetzer Hitoshi Igarashi ums Leben kam. Millionen von Muslimen in aller Welt, die keine Zeile des Buches gelesen und den Namen Salman Rushdie noch nie gehört hatten, wollten das Todesurteil gegen den Autor vollstreckt sehen, je schneller, desto besser, um mit seinem Blut die beschmutzte Ehre des Propheten wieder reinzuwaschen. weiterlesen…